Interview der Hochschule Esslingen - University of Applied Sciences mit Marco Pitrolo Geschäftsführer der Pitrolo Internet Marketing & E-Commerce Agentur und zugleich Experte in den Bereichen „Web Development, E-Commerce, Online/Inbound-Marketing, Content Management Systeme und IT-Sicherheit

 

Esslingen, 29.06.2017
© Marco Pitrolo

 

Hochschule Esslingen - University of Applied Sciences:
Wie händeln Sie mit Ihren Kunden den richtigen Umgang mit User-Generated-Content?

Marco Pitrolo:
Marco Pitrolo:
Hauptsächlisch über Bewertungen und Empfehlungen auf Foren, likes und Followers auf Youtube, Facebook, twitter und SnapChat. Bei einigen Projekten kann man auch veranlassen, das ein Content bezogener Backlink von einem Wikipedia Artikel zur Kundenwebsite / Shop erstellt wird.

 

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Welche Arten von User-Generated-Content (Text, Bild, Video, Bewertungen etc.) eignen sich auf welchen Plattformen um damit gezielt Marketing betreiben zu können?

Marco Pitrolo:
Marco Pitrolo:
Bewertungen und Texte (Testimonials) eigenen sich immer gut für Onlineshops und Dienstleistungen. Videos eignen sich sehr gut für „authentisch wirkende“ Testimonials auf Websites, Blogs und auf Social Media Plattformen. Grundsätzlich ist eine „gute Kombination von Text, Bildern, Videos und Bewertungen“ anzustreben.

 

Hochschule Esslingen - University of Applied Sciences:
Wie unterscheiden sich Ihre B2B und B2C Kunden mit der Nutzung von User-Generated-Content?

Marco Pitrolo:
Marco Pitrolo:Marco Pitrolo:Marco Pitrolo:
Marco Pitrolo:
UGC ist im B2C einfach leichter zu erzielen als im B2B Bereich. Dies liegt meiner Erfahrung nach daran, das nicht gewerbliche User das Internet öfter (siehe Social Media) und breitgefächerter nutzen. B2B Kunden haben für gewöhnlich Ihre festen Vertriebskanäle, feste Strukturen und befassen sich (noch) zu wenig mit den heutigen Möglichkeiten von effizienten Online Marketing Strategien. Viele B2B Unternehmen scheuen zudem den Aufwand / die Kosten und verstehen die Zusammenhänge und Wichtigkeit von Online Marketing (noch) nicht.

 

 

Hochschule Esslingen - University of Applied Sciences:
In der Praxis sieht man oft, dass Unternehmen die Ihre Kundenzielgruppe im B2C haben, im Umgang mit Online-Marketing und im Bezug dazu einen dichteren Umgang mit User-Generated-Content haben als B2B-Unternehmen. Woran erklären Sie das?

Marco Pitrolo:
Marco Pitrolo:
Siehe oben

Hochschule Esslingen - University of Applied Sciences:
Haben Sie bereits mit Social Listening Tools gearbeitet und wie sind Ihre Erfahrungen im Bereich der Datenauswertung im Bezug auf diese?

Marco Pitrolo:
Marco Pitrolo:
Marco Pitrolo:
Ja, hauptsächlich mit Hootsuite, Mention, TweetReach und Social Mention. Die Datenauswertung übernehmen oft die Kunden selbst, nachdem Sie eine Schulung im Umgang mit den Tools erhalten haben und die Metric Daten zu „lesen“ verstehen.

 

Hochschule Esslingen - University of Applied Sciences:
Was macht Ihrer Meinung nach ein erfolgreiches Forum aus? Eventuelle Tipps zum Aufbau?

Marco Pitrolo: Marco Pitrolo:Marco Pitrolo:
Ein
Forum ist erfolgreich wenn er

  1. Viele aktive Mitglieder hat :-)

  2. die Inhalte aussagekräftige Themen sind, zu dem der Forumbetreiber, die Moderatoren und die Mitglieder auch etwas zu sagen haben (Fachwissen, Tipps & Tricks, Hacks, Lösungen)

  3. Zu Problemlösungen führt und Antworten auf Fragen gibt

  4. von fachlich guten, sozial kompetenten und zuverlässigen Moderatoren betrieben wird

  5. Bestimmte Forumregeln beinhaltet, die auch von den Nutzern respektiert werden

Tipps für den Aufbau:

  • Einen zum Thema passenden Forennamen (URL) aussuchen

  • Themen erstellen, die einen inhaltlichen Bezug zum Forum haben

  • Design den Ansprüchen und den Wünschen der Nutzer anpassen

  • Öffentlich lesbare Bereiche einrichten, in denen Gäste lesen und schreiben dürfen, um die Attraktivität des Forums zu steigern und neugierig zu machen

 

 

Hochschule Esslingen - University of Applied Sciences:
Was macht Ihrer Meinung nach einen erfolgreichen Blog aus? Tipps zum Aufbau?

Marco Pitrolo:

  1. Marco Pitrolo:
    Zuerst sollte man „seine“ Nische finden. Wer einen Blog erstellt, sollte natürlich auch Expertenwissen zu seinem Thema haben. Dies ist dann auch der Ansatz um die richtige Nische zu finden. Bei der Nischensuche ist es hilfreich systematisch vorzugehen und zu prüfen, ob das Thema überhaupt interessant für die Zielgruppe ist, wie hoch die Suchhäufigkeit der Keywords ist und wie das Verhältnis „Suchhäufigkeit zu Competition“ ist.

  2. Danach sollte man anfangen gute Artikel zu schreiben. Wichtig dabei ist, das die Persönlichkeit des Bloggers „rüberkommt“ und man seinen eigenen Schreibstil findet / entwickelt. Die Artikel sollten eine klare Botschaft vermitteln, inhaltlich gut recherchiert sein, eine klare Struktur aufweisen, ein klares Ziel verfolgen und ggf. (wenn man über den Blog z.B. Produkte / Dienstleistungen bewerben möchte) klare CTA's (Call To Action) beinhalten. Zu viele Offtopic-Artikel sollte man vermeiden und möglichst beim Thema bleiben. Aber nicht nur auf den Text kommt es an. Visuelle Unterstützung durch Bilder, Grafiken, Fotos, Videos sind sehr hilfreich und sorgen zusätzlich für mehr Likes und Followers sowie für virales verbreiten der Artikel durch die Leser. Auf Rechtschreibung / Grammatik ist zu achten sowie auf eine gute und übersichtliche Struktur. Die Headlines sollten die 2 Haupt Keywords enthalten, ein echter „Hingucker“ und auf keinen Fall langweilig sein.

  3. Als Blogger sollte man selbst jeden Tag etwas dazulernen - und das gelernte (neues Wissen) im Blog publizieren. Disziplin und Durchhaltevermögen sind gute „Blogger Tugenden“.

  4. Man sollte sich um seine Leserschaft kümmern! D.h.: Kommentare und Fragen beantworten, Newsletter regelmäßig versenden, einen festen Veröffentlichungsrhythmus beibehalten.

  5. Man sollte den Lesern auf jeden Fall die Möglichkeit bieten den Blog zu Abonnieren (RSS, Push Notifications, Newsletter). Zum Abonnieren gehört auch ein Marketing Plan / System mit integrierten Follow up Prozessen... (Inbound Marketing Framework)

  6. Man sollte seinen Blog auch bewerben. Hierfür eignen sich insbesondere Facebook, Youtube, SnapChat, Twitter. Allerdings bringt eine zu exzessive Vermarktung auch Nachteile. Ein gutes Mittelmaß ist hier angebracht.

  7. Natürlich gehört SEO auch zum Bloggen. Jedoch gilt hier die Devise: „Content is King“. Man sollte die Artikel also nicht „überoptimieren“ denn das wäre kontraproduktiv.

  8. Wenn man über den Blog Artikel und/oder Dienstleistungen verkaufen möchte, sollte man auf ein gutes Mittelmaß achten. „Nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig verkaufen“ ist hier die Devise.

Hochschule Esslingen - University of Applied Sciences:
Wie sind Ihre Erfahrungen im Bereich Crowdsourcing? Haben Sie Erfahrungen mit Crowdsourcing-Projekten?

Marco Pitrolo:
Marco Pitrolo:
Marco Pitrolo:
Ja. Ich
erstelle zurzeit ein sehr umfangreiches eigenes Projekt (gemeinnützig, Social Media, Multi-Store E-Commerce mit Dropshipping) und setzen hierbei auf Crowdsourcing. Derzeit haben wir viele Anfragen und werden den Sourcecode evtl. auch auf GitHub veröffentlichen. Hier finden Sie Infos zum besagten Projekt:
http://www.pitrolo.de/DATA/Happydoo-Praesentation-Online/index.html

 

Hochschule Esslingen - University of Applied Sciences:
Wie gehen Sie vor, wenn ein Kunde auf sie zukommt, der komplett im Bereich des Online-Marketings das volle Programm möchte, wie würde so ein Programm aussehen unter der Berücksichtigung das der Kunde zuvor keine öffentliche Onlinepräsenz hatte?

Marco Pitrolo:

  1. Marco Pitrolo:
    Ziele definieren: Was möchte der Kunde durch die neue Website / den neuen Shop erreichen?

  2. Budget und Timeline abklären

  3. Verantwortliche Personen (Teambildung) auf beiden Seiten benennen und mit den Aufgaben (Technik / Programmierung, Content, Design, Kundensupport, Test) vertraut machen

  4. Installation eines Projekt Management Systems um die reibungslose Kommunikation und den Datenverkehr während der Entwicklungsphase sicherzustellen

  5. ausführliche Marktanalyse ( Angebot und Nachfrage der Produkte und/oder Dienstleistungen) , Mitbewerber online Analyse

  6. Technische Strukturen des Kunden analysieren (z.B. ist man an bestimmte Technologien (z.B. Warenwirtschaftssysteme, Server Umgebungen, Software für CMS oder E-Commerce) gebunden? Welche Schnittstellen werden benötigt? Welche Payment Methoden? Wie sieht es hinsichtlich Sicherheit aus? → Firewall, fraud prevention, penetration Tests, Vulnerabilitätstest der Software, sicherstellen das die Softwarelösungen langfristig Support, Upgrades und Patches anbieten usw.

  7. Corporate Design (Styleguide) anfordern. Falls nicht vorhanden: Erstellen

  8. Erstellung Pflichten – und Lastenheft

  9. Erstellen von Plänen für Usability, Struktur und Navigation

  10. Auswahl der geeigneten Softwarelösungen

  11. Erstellen der Algorithmen → Schematische / Grafische Darstellung

  12. Umsetzung / Programmierung

  13. Umsetzung Design (Photoshop, Illustrator usw.)

  14. Implementation Usability, Struktur und Navigation

  15. Implementation Design (Template und Theme)

  16. Prelaunch und Test

  17. Launch des Projektes

  18. Spätestens nach Punkt 2 (Budget und Timeline abklären) beginnen wir schon mit dem Erstellen eines Online Marketing Konzeptes. Spätestens beim Launch startet das Online Marketing...

 

Hochschule Esslingen - University of Applied Sciences:
Wenn Sie einem Kunden eine Webseite/Webshop etc. erstellen, erhält dieser im Anschluss eine ausführliche Anleitung zum Bedienen von Administrationswerkzeugen wie beispielsweise Traffic, Benutzerverhalten etc.?

Marco Pitrolo:
Marco Pitrolo:
Dies richtet sich immer nach Projektgröße, Bedarf, Budget und Erfahrung des Kunden. Manche Kunden haben z.B. eine eigene Marketingabteilung mit vorgegebenen Strukturen. Andere wiederum benötigen eine ausführliche Anleitung (Projekthandbuch, Schulungen im Umgang mit der Technik und Marketing Schulungen).